9. Mai 2026 · David Schenk · 3 Min. Lesezeit
Hello World
Ein längst überfälliger erster Beitrag darüber, warum der Tech-Typ, der für alle anderen baut, endlich etwas für sich selbst gebaut hat.
Die erste Zeile Code, die fast jeder Programmierer schreibt, ist irgendeine Variante von print("Hello, World"). Ein kleines Ritual. Der Beweis, dass die Maschine zuhört, dass die Verkabelung stimmt, dass irgendetwas passiert, wenn man auf Ausführen drückt. Diesen Beitrag zu veröffentlichen fühlt sich ähnlich an, nur dass dieses Mal meine eigene Seite zum ersten Mal antwortet.
Willkommen also in meiner Ecke des Internets. Es hat länger gedauert, sie live zu schalten, als ich gerne zugebe.
Dabei verdiene ich mein Geld genau damit, für andere Dinge zu bauen, die funktionieren und gefunden werden. Softwarearchitektur, Datenplattformen, KI-Agenten und zuletzt eine ganze Firma, searchsquare, die genau dafür da ist, dass Unternehmen auftauchen, wenn das Internet (und inzwischen die Sprachmodelle) nach ihnen suchen. Meine eigene Homepage war derweil monatelang ein geschmackvoller, rein konzeptueller 404. „Schusters Kinder gehen barfuß” hat mir mal eine ehemalige Chefin gesagt, als ich für unser Big-Data-Lab mehr Serverkapazität anfragte; hier passt der Spruch mindestens genauso gut. So stand auf meiner Backlog-Liste ein Ticket: „eigene Website bauen”. Es reifte vor sich hin.
Ich war einfach mit der Arbeit beschäftigt. Bei Leuten, die beruflich bauen, gibt es diese eine Falle: Die eigenen Projekte verlieren den Priorisierungskampf immer gegen die mit Deadline, Kunde und Firma dahinter. searchsquare hat viele Abende gekostet, und es war es wert. Aber irgendwann wurde die Ironie zu laut. Also habe ich ein Terminal aufgemacht, Claude Code gestartet und angefangen, einer KI zu sagen, was sie tun soll, wie heutzutage eben jeder normale Mensch. So weit, so gut.
Bauen ist ohnehin mein Tagesgeschäft. Ich bin freiberuflicher Tech-Berater, und die Arbeit reicht von Data Engineering über KI-Agenten und Cloud bis zu der wenig glamourösen, aber tragenden Frage, wie Systeme eigentlich designt sein sollten. Am meisten Spaß macht mir dabei nicht das Glänzende, sondern die Abstraktionen richtig hinzubekommen, ein paarmal „warum” zu fragen, bevor das „wie” kommt, und jeder Lösung zu misstrauen, die aufregend, aber fragil ist. Langweilig und robust schlägt für mich fast immer clever und zerbrechlich. (Fast. Ich bin auch nur ein Mensch, und manches Clevere ist sehr verlockend.)
Genau solche Überlegungen sollen hier künftig landen. Notizen aus der Praxis, die Dinge, die ich beim Bauen, Debuggen und gelegentlichen Diskutieren mit meinem früheren Ich im Code-Review lerne. Manche Beiträge werden technisch, manche handeln vom seltsamen Geschäft, Berater zu sein. Und alle werden, so hoffe ich, ehrlich darüber sein, was wirklich funktioniert hat, nicht nur, was auf der Folie gut aussah.
Bald mehr, und danke, dass du beim Initial Commit dabei bist.