23. Mai 2026 · David Schenk · 2 Min. Lesezeit
Was wollen wir damit eigentlich erreichen?
Warum das Jagen nach dem nächsten Technologie-Hype eine Falle ist — und warum die richtige Technologie-Entscheidung mit der Frage beginnt, die niemand gern stellt.
Als ich in die Tech-Welt einstieg, kam mir alles vor wie ein großer Jahrmarkt. Überall schillernde Reklame, überall die nächste große Innovation, das nächste große Ding, das man bloß nicht verpassen darf. Diese Zeit verbinde ich bis heute sehr stark mit dem Big-Data-Boom 2014. Alles drehte sich um Technologie. Um die Frage, was man damit eigentlich erreichen wollte, ging es dabei viel zu selten.
In meiner Arbeit als Consultant habe ich das oft genug erlebt: Kunden haben uns mit dem klaren Ziel beauftragt, eine bestimmte Technologie einzuführen. Was sie damit eigentlich bezwecken, wollten die wenigsten einmal kritisch hinterfragen. Ernüchterung war häufig das Ergebnis. Denn Technologie ist kein Selbstläufer. Man holt sich nicht einfach ein Tool ins Unternehmen und wird dann auf magische Weise Marktführer.
Mit jedem Hype-Cycle dasselbe Spiel
Leider muss ich feststellen, dass sich dieses Muster mit jedem Hype-Cycle aufs Neue wiederholt. Eine neue Technologie kommt auf den Markt, Entscheider bekommen Panik und handeln schnell, weil man ja nicht hinterherhinken will. Und genau in diesem entscheidenden Moment ignorieren sie die wichtigste Frage:
Was wollen wir damit überhaupt erreichen?
Als angestellter Berater stellt man diese Frage nur ungern. Sie verzögert Projektstarts und sorgt dafür, dass der eigene Arbeitgeber weniger Geld verdient (die armen, armen Beratungsunternehmen). Genau das habe ich an meinen früheren Jobs nicht gemocht: nicht die (ganze) Wahrheit zu sagen, nur um möglichst viele Projektstunden zu verkaufen. Ob das Ganze überhaupt Sinn ergab, spielte dabei keine Rolle.
Und auch heute stelle ich mit Bedauern fest, wenn ich mir Ausschreibungen ansehe: Ein Großteil baut die eigene Strategie im Grunde auf der Marketingbroschüre eines Tech-Unternehmens auf.
Wird sich das je ändern?
Ich denke nicht. Aber glaube ich fest daran, dass es Unternehmen gibt, die es anders machen wollen? Absolut.
Und genau denen möchte ich helfen, damit sie die beste Entscheidung für ihr Vorhaben treffen. So, dass man in 12 bis 18 Monaten nicht sagt: „Verdammt, warum haben wir uns so ein teures Tool ans Bein gebunden, das kaum Mehrwert liefert oder unser Problem gar nicht löst?”
Denn die richtige Technologie beginnt nicht mit der Technologie. Sie beginnt mit der Frage, die niemand gern stellt und die trotzdem über alles entscheidet.